Die Samurai. Sie lebten für ihren Herrn. Waren ihm treu ergeben und begingen Selbstmord, wenn sie ihn verloren.
In einer Zeit in der Tokyo noch Edo
(1603-1868) hieß und die kaiserliche Armee ihre Durchschlagskraft verlor, nahmen die Samurai die Rolle unserer damaligen Ritter ein. Die Großbauern, die am Rande des Reiches lebten, sahen sich, auch auf Grund des durch innere Unruhen zunehmend entmachteten Kaisers, gezwungen ihr Gebiet selbst zu verteidigen. So gründeten sie die ersten Privatarmeen, die aus Samurai bestanden und später sogar Aufträge des Kaisers übernahmen.

Der Konflikt der zu dieser Zeit mächtigsten Kriegerfamilien, den Familien der
Taira und
Minamoto, mündete
1180 schließlich in den fünf Jahre andauernden Gempei-Krieg. Ein Mann aus der siegreichen Familie der Minamoto wurde anschließend der erste Schogun. Zunächst glich dieser Rang eines Herzogs, doch bald wurden diese zu den eigentlichen Herrschern und nahmen so mit die Rolle des Kaisers ein.
Das Wort
Samurai bedeutet so viel wie Diener und entstand bereits im 10. Jahrhundert nach Christus.
Sie bildeten eine Kriegerkaste, die ganz oben in japanischen Stände-Gesellschaft angesiedelt war, die wiederum in drei weitere Klassen unterteilt war, den:
- Kenin, was so viel bedeutet wie “Hausmänner” und die zu den Vasallen und Verwaltern zählen
- Berittenen Samurai, ein Stand, zu dem nur sehr hochrangige Samurai angehörten, denn nur dieses war es erlaubt, auf Pferden zu kämpfen
- Einfachen Fußsoldaten
Für die meisten begann die Ausbildung zum
Samurai bereits im zarten Alter von 3 Jahren. Diese beinhaltete dabei vor allem das Training der

Schmerzunterdrückung und Körperbeherrschung. Sie war geprägt aus dem harten Drill, den bereits erfahrenen Samurai anleiteten. Jeder dieser Männer nahm in der Regel nur einen Jungen, bis dieser fertig ausgebildet war, unter seine Fittiche.
Neben dem Kampftraining, gehören aber auch recht ungewöhnlich erscheinende Methoden zur Ausbildung eines Samurai; um ihre Angst zu bekämpfen mussten die angehenden Samurai, vor allem anfangs ihrer Ausbildung, die Nacht auf einem Friedhof oder Richtplatz verbringen.
Als sie älter wurden, wurden sie allerdings auch im Schreiben und Lesen unterrichtet.
Der Abschluss dieser harten Ausbildung markierte die feierliche Zeremonie des
Gempuku, während dieser der Schüler seinen alten Namen ablegte, und neben den Waffen und einer Rüstung auch den traditionellen Haarschnitt der Samurai übernahm.
Neben den Aufgaben als Krieger, unterstanden den Samurai aber auch Bereiche des öffentlichen Lebens; sie fungierten als Polizisten, waren als diese für den Strafvollzug zuständig und außerdem unterstand ihnen die Aufsicht über die Tempel und Schreine.
Die Ausführung dieser Pflichten stattete die Samurai aber auch mit den unterschiedlichsten Privilegien aus:

im Gegensatz zu den gewöhnlichen Bürgern, die gar kein Schwert tragen durften, war es ihnen erlaubt, zwei mit sich zu führen. Während ihrer Hochzeit, war es sogar das Recht eines Samurai, einen einfachen Bürger zu enthaupten, sollte dieser ihn beleidigen.
Doch während der Shogunate der Tokugawa
(1603-1867), lebte das Land in Frieden und aus den ehemals gleichermaßen geschätzten wie gefürchteten Kriegern, wurden Beamte, die schließlich verarmten. Ihre große Zeit endete letztlich, als sich das bisher isolierte Japan dem Druck der Moderne beugen musste und der letzte Shogun gestürzt wurde.
Erst nachdem Niedergang der Samurai wurde eines ihrer, auch heute noch bekanntesten Rituale, verboten; das
Seppuku. Der rituelle, weit verbreitete, und als ehrenvoll angesehene Selbstmord der Samurai. Das, umgangsprachlich auch als Hara-Kiri
(hara=Bauch, Kiri=schneiden) bezeichnete, ist ein sehr schmerzhaftes, aber oft feierlich begangenes Ritual, bei dem sogar häufig Zuschauer zugegen waren. Sah sich ein Mann zum Seppuku

gezwungen, bedeutete dies, dass er zuvor sein Gesicht verloren hatte, d.h. er über sich oder seine Familie Schande gebracht hatte. Durch den Selbstmord war er zumindest in der Lage, die Ehre seiner Familie wieder herzustellen. Das
Seppuku wurde aber auch als Strafe für Verstöße des Gesetztes gebraucht, oder auch als Ausdruck der Trauer über den Tod des eigenen Herrn.
Bei diesem Ritual, war es Brauch, dass sich der Samurai, der seinem Leben ein Ende bereiten wollte, im Seiza (traditionelle, japanische Sitzhaltung) niederließ und sich selbst den Magen aufschnitt. Anschließend musste ihn sein Assistent (meist ein enger Vertrauter) mit einem Samuraischwert enthaupten. Allerdings durfte er während dieser Zeremonie, nicht das Gesicht im Schmerz verziehen oder gar einen Seufzer ausstoßen. Nur so konnte er seine Ehre wieder herstellen.
Trotz des Verbotes wurde dieses Ritual noch einige Jahre lange, weiterhin praktiziert. Zu letzt dokumentiert wurde es 1970. Doch die Überzeugung, dass es besser sei, seinem Leben ein Ende zu setzten, als in Schande weiter zu leben, existiert bis heute in den Köpfen der Japaner. Vielleicht ist dies auch einer der Gründe für die hohe Selbstmordrate Japans.